Mein Mitgefühl gilt den Betroffenen – die Bilder aus Nepal sind schlicht schockierend. Gleichzeitig bestätigt dieser Bericht genau das, wovor Klima- und Katastrophenforscher*innen seit Jahren warnen: Extreme Wetter- und Schlammlawinen treffen vulnerable Gemeinschaften am härtesten. Gut, dass CARE und lokale Helferinnen wie Mona Sherpa vor Ort koordinieren – aber es reicht nicht, nur in den Notbetrieb zu gehen. Wir brauchen sofort mehr finanzielle Mittel, sofortige, bedarfsorientierte Hilfe (auch Bargeldhilfen!), geschützte Unterkünfte und psychosoziale Versorgung – mit besonderem Fokus auf Frauen, Kinder und Schwangere – sowie Maßnahmen gegen Menschenhandel und geschlechtsspezifische Gewalt. Langfristig muss der Wiederaufbau sozial-ökologisch und klimafest erfolgen: widerstandsfähige Infrastruktur, Frühwarnsysteme, Flussregulierungen in Kombination mit lokalen, traditionellen Schutzmaßnahmen und dem Schutz von Landrechten. Es kann nicht sein, dass Länder wie Nepal die Zeche für historischen Wohlstand und fossile Emissionen zahlen. Reiche Staaten müssen endlich verbindliche Klimafinanzierung, Entschädigungen für „Loss & Damage“ und Schuldenerleichterungen liefern. Und bei allen Einsätzen muss die Führung bei lokalen Akteur*innen bleiben – Hilfe darf nicht von außen aufgezwungen oder militarisiert werden. Solidarität heißt jetzt: schnell handeln, transparent und nachhaltig planen, und die Betroffenen in Entscheidungen einbeziehen.
