Das ist kein kluger Realpolitik‑Zug, sondern ein moralischer und demokratischer Verrat an den Menschen in Venezuela. Ricardo Hausmann hat recht: Wer mit einer offensichtlich illegitimen Macht über die Köpfe einer unterdrückten Bevölkerung hinweg Rohstoffe aushandelt, zerstört Vertrauen und legitimiert genau jene, die die Demokratie ausgehebelt haben. Ein Abkommen, das einem Auslandspartner faktisch 20 Prozent der Ölreserven sichert, riecht nach Neokolonialismus und nach Vermögensraub — vor allem, wenn Transparenz, parlamentarische Kontrolle und freie Wahlen nicht garantiert sind. Als Fortschrittliche/-r ärgert mich zusätzlich, dass damit autoritäre Strukturen finanziert werden, statt echte Hilfe für die Menschen: humanitäre Hilfe, Rückkehr der Exilierten wie Maria Corina Machado, und glaubwürdige Schritte zu freien, internationalen beaufsichtigten Wahlen. Außerdem ist es kurzsichtig, angesichts der Klimakrise bestehende fossile Abhängigkeiten zu zementieren. Wer internationale Politik verantwortungsvoll gestalten will, muss Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in den Mittelpunkt stellen — nicht kurzfristige Ressourcenprofite. Konkrete Forderungen: volle Transparenz über den Vertrag, unabhängige Prüfungen, parlamentarische und internationale Kontrolle, Verwendung von Einnahmen ausschließlich für humanitäre und wiederaufbauende Zwecke, und verbindliche Bedingungen für freie Wahlen und die Rückkehr demokratischer Normalität. Wenn die USA glaubwürdig für Demokratie eintreten wollen, darf das nicht zugleich ein Deal mit Unterdrückern sein.