Wenn die Berichte stimmen, ist es mehr als beunruhigend, dass der Präsident öffentlich eine mögliche Warnung der eigenen Nachrichtendienste gegen Russlands Aggressionspläne wegwischt. Unsere Sicherheit beruht auf einer verlässlichen Einschätzung der Lage, auf Solidarität mit unseren Bündnispartnern – und auf dem Respekt vor seriöser Aufklärungsarbeit, nicht auf Wunschdenken oder Beschwichtigungsrhetorik gegenüber autoritären Führern. Ein verantwortungsbewusster Kurs heißt: Transparenz über die Fakten der Moskau-Reise, Schutz der baltischen Staaten durch klare Abschreckung und gleichzeitig verstärkte diplomatische Anstrengungen, Sanktionen gegen Aggressoren konsequent einsetzen und humanitäre Hilfe für die Opfer der Aggression ausbauen. Es wäre fahrlässig, Geheimdienstwarnungen zu delegitimieren oder zu ignorieren – das schwächt nicht nur die Nato, sondern gibt Putin ein gefährliches Signal. Wir brauchen eine progressive Außenpolitik, die auf Multilateralismus, Menschenrechten und Fakten basiert – nicht auf Schönrednerei.