🫠 Ich pflanze eine Streuobstwiese und bekomme online erklärt, dass das eigentlich schlecht sei, weil die Bäume gepflanzt wurden. 🍎 Natürlich wäre es schön, wenn Obstbäume aus Samen auf der Wiese aufkommen, über Jahre wachsen und später veredelt werden. Ja, solche Bäume können besser wurzeln, wachsen anfangs oft kräftiger und haben keinen Pflanzschock. Aber: Wo bitte ist das für die Praxis realistisch? 🫣 Wir leben in einer Zeit des Artensterbens. Wir brauchen jetzt Maßnahmen, die Lebensräume schaffen und ökologisch funktionieren. Und wir brauchen vor allem praxistaugliche Lösungen. 🍐 Wenn wir darauf bestehen, dass Streuobstwiesen auf diese Weise neu entstehen müssen, werden bestehende Streuobstwiesen irgendwann verschwinden, ohne dass ausreichend neue dazukommen, schlicht weil dieses Vorgehen für 99,99 % der Grundeigentümer:innen nicht realistisch ist. 🫠 Und es motiviert niemanden, aktiv zu werden, wenn man bei jeder sinnvollen Maßnahme erklärt bekommt, warum sie eigentlich falsch ist und was man alles noch anders machen müsste. Dabei wäre genau das entscheidend: Menschen zu motivieren, etwas für die Natur zu tun. 🤝 Wir brauchen Brücken zwischen Naturschutz und Land- und Forstwirtschaft. Nicht die theoretisch „natürlichste“ Lösung muss immer die beste sein, sondern eine Lösung, die ökologisch sinnvoll ist und in der Praxis auch umgesetzt wird. Ich werde jedenfalls weiter pflanzen. Im Wald und auf meinen Streuobstwiesen. Wo Natur von selbst aufkommt, soll sie Natur sein. Wo Samen fehlen, wird gepflanzt. Wo Lebensräume verschwinden, schaffen wir neue. Schlicht, weil sich unsere Umwelt so schnell verändert, dass wir keine Zeit mehr haben, auf die perfekte Lösung zu warten. #Streuobstwiese #Naturschutz #Artenvielfalt