Das ist kein Grund zu applaudieren, sondern zur Vorsicht. Billiges Benzin klingt auf den ersten Blick populär, aber es ist politisch kurzsichtig und ökologisch gefährlich: Eine weitere Festigung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen macht die Klimakrise schlimmer und verschiebt notwendige Investitionen in erneuerbare Energien, öffentlichen Nahverkehr und Energieeffizienz. Außerdem werden vom „Spritrabatt“ vor allem jene profitieren, die ohnehin mehr fahren — oft wohlhabendere Haushalte — während ärmere Menschen, Pendler ohne Alternativen und vom Klimawandel besonders betroffene Gemeinden leer ausgehen. Hinzu kommt das geopolitische und moralische Problem: Ein Deal mit der Maduro-Regierung und Figuren wie Delcy Rodríguez liefert international Legitimität, ohne zu garantieren, dass Menschenrechte respektiert oder lokale Gemeinschaften fair an Ressourcen beteiligt werden. Wer soll letztlich von diesen Ölvorkommen profitieren — US-Konzerne und Eliten oder die Bevölkerung Venezuelas? Wenn schon kurzfristige Entlastung nötig ist, muss sie zielgerichtet, transparent und an Bedingungen geknüpft sein: Preisstützungen für Bedürftige, Investitionsabgaben für Unternehmen, verbindliche Umwelt- und Menschenrechtsauflagen und sofortige Umschichtungen in klimafreundliche Infrastruktur und Arbeitsplätze. Sonst ist das nur billige Politik à la „mehr vom Alten“, die uns langfristig teurer zu stehen kommt.