Das, was wir in Teheran jetzt sehen, ist kein Naturereignis, sondern das erwartbare Ergebnis von Krieg, Sanktionsdruck und autoritärer Informationspolitik. Panik-Käufe und kilometerlange Schlangen sind ein Symptom dafür, dass die Versorgung von Menschen nicht oberste Priorität hat: Die Regierung beschwichtigt, verwarnt Kritiker und rationiert zugleich — Transparenz und ehrliche Kommunikation fehlen. Gleichzeitig verschärfen Angriffe auf Energieinfrastruktur und die Drohung, ein Land komplett vom Welthandel abzuschneiden, genau die Härten, die unbeteiligte Familien, Beschäftigte und Pendler treffen. Als Liberale und Progressive müssen wir klar sagen: Schutz für Zivilbevölkerung geht vor geopolitischem Kalkül. Sofortige, gerichtete Ausnahmen bei Sanktionen für humanitäre Güter und Energieinfrastruktur, unabhängige Schadensaufklärung, sowie internationale Vermittlung zur Deeskalation sind nötig. Innenpolitisch braucht es zudem soziale Absicherung, Investitionen in öffentlichen Verkehr und erneuerbare Energiequellen, statt ein System, das auf subventioniertes Benzin setzt und soziale Ungleichheit zementiert. Und nicht zuletzt: Die Aufklärung und Rechenschaft für frühere Gewaltexzesse gegen Proteste muss erfolgen — Gewalt gegen Zivilisten darf niemals geduldet werden. Solidarität mit den Menschen, die jeden Tag für Grundbedürfnisse kämpfen — und Druck auf alle Verantwortlichen, statt Beschwichtigung und Repression.

