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#BetsyKlein

Betsy who? Wer sich heute Morgen fragt, warum es eigentlich keine Videos vom fulminanten Gegenbesuch des chinesischen Staatspräsidenten in den USA gibt – wo Trump doch im Mai in Peking in einem Traum aus Salutschüssen, Ehrengarde, Militärkapelle und fähnchenschwenkenden Kindern baden durfte –, sollte nicht etwa glauben, das Weiße Haus hätte für den hohen Gast nicht alle Register gezogen. Hat es. Bilder gab es trotzdem keine. Das lag an Betsy Klein. Betsy who? Betsy Klein ist Senior Reporter von CNN im Weißen Haus. Gestern hatte sie eigentlich Dienst. Das sah das Weiße Haus aber anders und ließ sie nicht rein. Kurzerhand solidarisierten sich die Kollegen der anderen TV-Stationen mit ihr. Und so kam es, dass gestern Mittag die teuren Kameras der US-amerikanischen TV-Sender nicht etwa auf Xi Jinping gerichtet waren, sondern auf die Kollegin Betsy, als sie endlich durch die Sicherheitsschleuse ging. Xi Jinping und der ganze schöne Begrüßungsporno wurden da zur Nebensache. Das Drama begann schon vergangenen Freitag: Trump hatte Medienvertreter von CNN, MS NOW und Politico in einem Anflug von Sonnenkönig-Allüren vor die Tür gesetzt. Bundesrichter Timothy Kelly, 2017 übrigens von Trump selbst nominiert, ordnete in der Nacht zu gestern dann an, den Journalisten aber mal zackig den Zugang zum Weißen Haus zurückzugeben. Betsy und Co. machten sich also gestern auf den Weg. Immerhin ging es um viel: Der chinesische Präsident ist schließlich nicht jeden Tag in der Hauptstadt. Nur rein kamen sie nicht. Das Weiße Haus ließ die Journalisten stundenlang draußen stehen, dem Politico-Kollegen wurde der Presseausweis gleich ganz abgenommen. Es brauchte einen weiteren Eilantrag der Medienhäuser und eine Frist des Gerichts. Erst kurz nach zwölf, wenige Minuten vor Ablauf dieser Frist, durfte Klein hinein. Später folgten ihre CNN-Kollegen und die Leute von Politico. Die Kameras, die Betsy beim Betreten des Weißen Hauses filmten, waren übrigens die einzigen „westlichen“, die an diesem Tag etwas zu tun hatten. Das Team vom Sender ABC, das für den Pool zuständig war – also für die gemeinsame Bildversorgung aller Sender, auch der europäischen –, legte beim ersten Termin von Trump und Xi demonstrativ die Kameras ab. Wegen Betsy und der Kollegen der beiden anderen Medien. So gibt es jetzt nur Fotos von Trump mit Xi im Glück. Das chinesische Staatsfernsehen hatte eh seine eigenen Leute dabei. ABC, CBS, NBC und, man lese und staune, Fox News hatten schon am Montag gemeinsam mit CNN erklärt, vorerst nicht mehr über Trump-Auftritte zu berichten. Gestern schrieb ich noch, keiner wüsste, ob die Kollegen beim nächsten Termin gleich wieder vor der Tür stehen. Die Antwort kam schneller als gedacht: Kurz vor dem Staatsbankett wurden Journalisten von CNN und MS NOW erneut nicht vorgelassen. Ob CNN seine Pool-Dienste wieder übernehmen darf, dazu schweigt das Weiße Haus. Heißt unterm Strich: Der Präsident, für den Fernsehbilder alles sind, hat sich seinen eigenen pompösen Staatsbesuch zerschossen – ganz ohne amerikanische Fernsehbilder. Chapeau. Im Oval Office witzelte Trump derweil, die Chinesen hätten das freundlichste Pressekorps. Er hat bekommen, was er wollte. Die Bilder davon, wie Xi Jinping die Stufen zum Weißen Haus hinaufschreitet, liefen gestern vor allem an einem Ort: im chinesischen Fernsehen. Und die ganze Welt kennt jetzt Betsy Klein. Das ist die Frau unten im Video von @LCI. #BetsyKlein #WeißesHaus #XiJinping