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#Eiskunstlaufen

Kati Witt „Das schönste Gesicht des Sozialismus“ Gleich mal vorab. Es ist unbestritten, dass Frau Witt eine Ausnahmesportlerin und im Eiskunstlaufen die beste Frau der damaligen Zeit war. Hochverdient ihre vielen Titel, denn dahinter steckten ein unglaublich hartes Training und vor allem auch ein unbeugsamer Wille. Und dann geht mir aber das Lob auch schon aus, denn sie war nicht nur eine Mitläuferin des Systems – wie etwa Jens Weißflog, der es verstand, unter dem Radar zu fliegen –, sondern sie unterstützte offen das SED Regime. Nur allzu bekannt ist ihre Rede als FDJ‑Delegierte auf dem SED‑Parteitag 1986, wo sie dieselben hohlen Phrasen drosch, wie all die Parteihansel dort. Und das, obwohl sie es besser wissen musste, denn als Reisekader war sie ja oft genug im Westen und sah doch, wie viel besser es den Menschen dort ging. Dass ihre Nähe zur Staats- und Parteiführung ihrem Ansehen in der Bevölkerung massiv schadete, erfuhr sie am eigenen Leib, als sie 1988 ein Rockfestival moderierte und vom Publikum gnadenlos ausgebuht und ausgepfiffen wurde. Sichtlich irritiert und peinlich berührt hangelte sie sich dann durch die Veranstaltung und mal ganz ehrlich: Ich habe ihr den Dämpfer damals gegönnt. Und natürlich profitierte sie im Maximum vom System und griff ab, was sie nur konnte. Die Geschichten über eine geschenkte, voll eingerichtete Wohnung in Karl-Marx-Stadt sind bekannt. Auch dass sie mal eben einen Wartburg für ihre Eltern vor die Türe gestellt bekam, was aber damals für die „Goldkinder“ der DDR auch nicht so ungewöhnlich war, denn da war sie bei weitem nicht die Einzige, die so liebevoll vom System bedacht wurde. Hinzu kam ihr extravaganter Kleidungsstil, der normale Frauen neben ihr wie ein Aschenputtel aussehen ließ. Gewandet in sündhaft teure Kleidung aus dem Westen, war so der Neid und Hass vorprogrammiert, was sie aber wohl nicht verstand oder nicht sehen wollte. Das ganze Ausmaß ihrer Verfehlungen kam aber erst mit ihrer Stasi-Akte zum Vorschein, in der dokumentiert war, wie viele „Zuwendungen“ sie von der Stasi bekam. Und eben nicht einfach so, sondern sie forderte diese „Geschenke“ regelrecht ein. So wollte sie etwa von der Stasi einen VW‑Bus aus dem Westen, den man ihr aber beim besten Willen nicht besorgen konnte. Also bekam sie zum Trost einen VW Golf. Das „Goldmädel“ musste halt entsprechend bei der Stange gehalten werden, da sie ja jederzeit auf ihren vielen Reisen in den Westen, einfach dort bleiben konnte. Zugutehalten kann man ihr aber, dass sie wohl kein IM der Stasi war. Alles in allem ist „Das schönste Gesicht des Sozialismus“ in meinen Augen rein menschlich gesehen eine Niete, die zur Wende angeblich nicht verstand, was da passierte. Mit ihren vielen Westreisen sehr unglaubwürdig und so will ich es hier dann auch gut sein lassen. Heute hört man von ihr so gut wie nichts mehr. Sie genießt ihre Millionen, macht bisweilen mal Werbung, um ein bisschen Taschengeld dazuzuverdienen, und ansonsten herrscht Stille. #KatiWitt #Sozialismus #Eiskunstlaufen