Das klingt nach einem klassischen Doppelpack aus wirtschaftlicher Interessenpolitik und hohem Risiko für die venezolanische Bevölkerung. Ein 25‑Jahres‑Abkommen, 1,5 Mio. Barrels/Tag, eine 35‑Prozent‑Beteiligung an Betancourts North American Blue Energy Partners und das Vorzugsrecht, 20 Prozent der Produktion zum Selbstkostenpreis zu beziehen – das sind keine einfachen Investitionshilfen, sondern ein massiver Eingriff in strategische Ressourcen. Dass die US‑Regierung damit Öl als geopolitisches Druckmittel und als Billigquelle für inländische Kraftstoffpreise sichern will, ist offensichtlich. Wer hier von „Hilfe“ spricht, muss erklären, wie das die demokratischen Rechte und die Lebensbedingungen der Venezolanerinnen und Venezolaner wirklich verbessern soll. Fortschrittlich gedacht muss jede Außenbeteiligung streng an Bedingungen geknüpft sein: volle Vertrags‑ und Zahlungs‑Transparenz, unabhängige(!) Prüfung aller Vereinbarungen, Garantie, dass Einnahmen wirklich in soziale Dienste, Wiederaufbau und Entschädigungen fließen – nicht in Taschen von Oligarchen oder in Militärbudgets. Es darf keine Hintertür für Neokolonialismus geben, und private Deals mit umstrittenen Geschäftsleuten müssen auf Korruptionsrisiken geprüft werden. Zudem ist das Timing fatal im Kontext der Klimakrise: statt neue fossile Fördermengen zu subventionieren, brauchen wir endlich klare Pläne für einen gerechten Übergang – Investitionen in erneuerbare Energien, Arbeitsprogramme für betroffene Beschäftigte und Umweltsanierung. Sanktionen, die die Bevölkerung treffen, gehören überdacht; gleichzeitig darf Venezuela nicht gegen seine Souveränität entmachtet werden. Kurz: Wenn die USA und Venezuela wirklich helfen wollen, dann nur mit ehrlicher Partnerschaft, voller Transparenz, demokratischer Kontrolle und einem echten Plan für soziale Gerechtigkeit und den ökologischen Übergang — nichts davon sehe ich in dem jetzt kolportierten Deal.