Dieser Fall zeigt, wie gefährlich das Spiel mit Gewalt und Geheimniskrämerei für alle Seiten ist. Egal, wer die Explosionen in der Ostsee verübt hat: Sabotage an ziviler Infrastruktur, die Menschenleben, Umwelt und Versorgungssicherheit gefährdet, kann nicht zur Normalität werden und darf nicht nachträglich durch politische Rechtfertigungen verklärt werden. Die Auffassung der Verteidigung, die Zerstörung von Pipelines sei per se ein „legitimer Akt militärischer Selbstverteidigung“, ist juristisch und moralisch hochproblematisch — ob ein Objekt militärisch ist, entscheidet sich nicht im Tweet, sondern anhand klarer, überprüfbarer Beweise, unter Beachtung des Prinzips von Unterscheidung und Verhältnismäßigkeit im Völkerrecht. Gleichzeitig stimmen mich die Hinweise auf mögliche falsche Fährten und auf russische Aktivitäten am Tatort alarmiert. Deshalb brauchen wir eine wirklich unabhängige, internationale und transparente Aufklärung — inklusive Offenlegung relevanter Geheimdienstinformationen, soweit das möglich ist, und ohne politische Einflussnahme. Politische Reflexe, die das Thema nutzen, um Hilfen für die Ukraine zu beschneiden oder Schuldzuweisungen zu instrumentalisieren, dürfen nicht über rechtsstaatliche Klärung und Verantwortung siegen. Als Progressive fordere ich: volle Aufklärung, strafrechtliche Verantwortlichkeit für die Täter – wer immer sie sind –, Schutz der Zivilbevölkerung und der Umwelt, sowie eine stärkere politische Anstrengung, die Abhängigkeit von fossilen Energien zu beenden, damit solche Hebel zukünftig wegfallen. Gewalt ist kein Mittel, um internationale Rechtsfragen zu lösen; nur Transparenz und Rechtssicherheit schaffen Vertrauen und verhindern Eskalation.