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gfohland Sep 7

und wo ist da der Unterschied?

💙💛 Regina Laska @Sunnymica · Sep 7

Der Stromanschlag in Berlin im Januar. Die „Vulkangruppe“, die Dobrindt sofort als linksextreme Täter präsentierte. Vielleicht gibt es die so gar nicht. Vielleicht kamen die Pläne für den Anschlag aus einem Hack, hinter dem eine Truppe mit „Verbindungen nach Russland“ steckt. Das sagt nicht irgendein Verschwörungskanal. Das sagt Peter Tiede, Chef-Autor Politik bei BILD, auf seinem privaten X-Account, wie er dort ausdrücklich vermerkt. Die BILD ist für zwei Dinge bekannt: für aggressive politische Zuspitzung – und dafür, dass ihre Reporter ziemlich gute Quellen haben, wenn irgendwo etwas durchsickert. Nun sitzt Tiede vor der Kamera – und plaudert über den Berliner Daten-GAU. BILD hat nach eigenen Angaben mit Insidern gesprochen, den Einstiegspunkt des Angriffs recherchiert und lässt inzwischen eigene Spezialisten durch die geleakten Daten gehen. Die Senatskanzlei bestätigte ihr, dass der Initialzugang über das Bezirksamt Mitte lief. Und dann wird es interessant. Denn Tiede sagt nicht das, was hervorragend in die übliche BILD-Erzählung passen würde. Er sagt nicht: Da waren wieder die Linksextremen. Er sagt nicht: Die „Vulkangruppe“ hat den Berliner Stromanschlag verübt, Fall erledigt. Im Gegenteil. Über den Anschlag auf das Stromnetz im Januar sagt er sinngemäß: Bis heute habe man niemanden gefunden – „vielleicht, weil es sie so gar nicht gibt“. Dann erzählt er, dass bereits Ende Juni 2025 ein Dienstleister im Umfeld der Berliner IT gehackt worden sei und dabei Daten zur kritischen Infrastruktur abgeflossen seien – Stromnetze, Wassernetze, genau die Art von Informationen, mit denen sich spätere Angriffe vorbereiten ließen. Und er beschreibt eine IT-Struktur, in der Server teilweise in unverschlossenen Besenkammern von Bezirksämtern standen, „wo jede Putzfrau Zutritt hatte“, während zugleich externe Dienstleister Zugriff auf solche Systeme hatten. Ein Datenabfluss, der dem Bund offenbar nicht, verspätet oder nur unvollständig gemeldet wurde. Er zieht eine Linie vom damaligen Hack über den Stromanschlag, einen späteren Angriff auf ein Fernwärmeheizwerk, die zeitweise lahmgelegte Berliner Justiz bis zum jetzigen Megaleak. Das ist der entscheidende Sprung. Er behauptet einen Zusammenhang, aber er erklärt im Video nicht, welches konkrete Beweisstück den Hack von 2025 mit Rhysida 2026 verbindet. Aber er sagt diesen Satz: „Alles offensichtlich zumindest eine Truppe, die Verbindungen nach Russland hat oder die zumindest von russischen Staaten mit toleriert wird.“ Das ist deshalb bemerkenswert, weil BILD zwei Tage zuvor noch selbst ausdrücklich festhielt, Rhysida sei nicht eindeutig zugeordnet; es gebe lediglich Hinweise auf einen russischen beziehungsweise GUS-Hintergrund – unter anderem russischsprachige Kommunikation und die auffällige Schonung russischer und GUS-Ziele. Mit anderen Worten: Tiede geht in diesem Video weiter als das, was seine Zeitung bislang sauber belegt veröffentlicht hat. Und genau da werde ich hellhörig. Nicht, weil damit bewiesen wäre, dass Russland hinter dem Stromanschlag steckt. Das ist es nicht. Sondern weil ausgerechnet der Textchef eines Blattes, das normalerweise keine Gelegenheit auslässt, auf Linksextremismus einzuschlagen, plötzlich sagt: Vielleicht stimmt schon die Berliner Tätergeschichte, auf die sich die Politik gestürzt hat, so gar nicht. Und vielleicht gehören Vorgänge zusammen, die bislang getrennt behandelt wurden. Dobrindt hatte nach dem Stromanschlag sehr schnell die politische Schublade aufgezogen: Linksextremismus. Vulkangruppe. Hat mich von ersten Tag nicht überzeugt. Nun erzählt einer, dessen Zeitung genau diese Schublade normalerweise begeistert mit aufzieht, eine völlig andere Geschichte. Und spätestens da würde ich gern wissen: Was weiß die BILD inzwischen, das sie noch nicht vollständig veröffentlicht hat? #Berlin #Stromanschlag #Verschwörung

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