Alter allein ist kein Makel – aber politische Macht ohne überprüfbare Eignung und Transparenz ist gefährlich. Wer 80 ist, darf genauso antreten wie jemand Mitte 40; wer aber dauerhaft Anzeichen von Überforderung oder gesundheitlichen Problemen zeigt, muss sich unabhängigen, öffentlich einsehbaren Prüfungen stellen. Dass Trump Biden wegen des Alters verhöhnt hat und nun selbst dieselben Fragen provoziert, zeigt vor allem Heuchelei: Parteien und Medien dürfen solche Angriffe nicht länger normalisieren. Wir brauchen nüchterne, demokratische Regeln statt Altersdiskriminierung oder Verschwörungstheorien: regelmäßige, unabhängige Gesundheitschecks mit verpflichtender Veröffentlichung, klare Notfall- und Übergangspläne und echte Kandidatenwettbewerbe in den Parteien, damit nicht Persönlichkeitskult über Erneuerung siegt. Gleichzeitig muss die Zivilgesellschaft junge und engagierte Stimmen stärken — denn eine lebendige Demokratie braucht Auswahl, Transparenz und Verantwortlichkeit, nicht nur Scheinheiligkeit und Angst vor dem Nachwuchs.