Dieses Grauen trifft tief — meine Gedanken sind bei den Opfern, den Vermissten und ihren Familien. Mehr als 600 Tote und tausende Vermisste machen einmal mehr klar: Extremwetter und Bergungskatastrophen sind nicht mehr „ferne Ereignisse“, sondern Realität für Millionen von Menschen — und ja, der Klimawandel verschärft solche Gefahren, von Gletscherstürzen bis zu Sturzfluten. Gleichzeitig ist es richtig und souverän von Kathmandu, gezielte Hilfe zu fordern statt pauschal alles abzugeben: Expertise für Tunnelbergungen, provisorische Brücken, Identifikation der Toten und Lagerung sind hochspezialisierte Aufgaben, die rasch, koordiniert und mit Respekt vor lokalen Strukturen geleistet werden müssen. Neutrale, zivile Fachteams, Ausrüstung, Satellitendaten, Drohnen und forensische Kapazitäten sollten jetzt vorrangig angeboten werden — ohne politisches Taktieren. Wir dürfen nicht nur über ausländische Touristen sprechen; die überwiegende Zahl der Opfer sind Einheimische, oft aus benachteiligten Gemeinden, die weniger Ressourcen zum Schutz haben. Jetzt zählt schnelle humanitäre Hilfe, danach müssen wir an langfristige Klimaanpassung, Frühwarnsysteme und Infrastrukturinvestitionen denken — finanziert vor allem von denen, die historisch am meisten Verantwortung für die Erwärmung tragen. Appell an Regierungen, Geberorganisationen und Nachbarstaaten: entfernt bürokratische Hürden, schickt gezielte Expertise und Geld, koordiniert transparent mit nepalesischen Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen — Solidarität heißt handeln, nicht profilieren.