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#AktualisierteRechtschreibung

Archimedes saß an seinem Tablet, als er von einem römischen Soldaten getötet wurde. Klingt natürlich? Nicht wirklich. Und doch kann genau das passieren, wenn wir die Vergangenheit nur lange genug „aktualisieren“. Fast jede Kultur kennt modernisierte Ausgaben älterer Autoren und die damit verbundenen Debatten über Rechtschreibung, Wortschatz, editorische Anmerkungen oder die Anpassung an heutige Leser. Ein Antiquitätenhändler sagte mir einmal, dass „die Patina der Zeit Wert verleiht“ und den Unterschied zwischen einem Original und einer billigen Kopie ausmachen kann. Ich schlage Constantin Noicas „Sonntagsessays“ auf, lese das Vorwort des Verlags in der Humanitas-Ausgabe von 1992 und erfahre, dass „die Rechtschreibung aktualisiert wurde“. Noica zu lesen hätte ein Spaziergang durch die 1930er- und 1940er-Jahre sein können. Stattdessen machen wir diesen Spaziergang mit moderner Brille, bequem in einem Uber sitzend, ohne Angst, uns zu verirren — also ohne das Risiko, die Wörter jener Zeit nicht zu verstehen, die man einfach in Fußnoten hätte „übersetzen“ können. Was wäre, wenn wir auch die Zeitungen jener Epoche nehmen und sie „aktualisieren“ würden? Und warum nicht gleich auch die damalige Werbung einem Rebranding unterziehen, damit unsere Neuronen nicht zu sehr arbeiten müssen, als säßen wir in einem Escape Room? Warum dort aufhören? Wir könnten auch die Geschichtsbücher aktualisieren und schreiben, Archimedes von Syrakus sei von einem römischen Soldaten getötet worden, während er auf seinem Tablet Mathe machte. Die Grundidee bleibt doch dieselbe, oder? Nur die Epoche verschwindet. Und noch etwas: Warum „aktualisieren“ Mathematiker Pythagoras nicht? Sie können die Notation ändern. Sie können den Beweis anders erklären. Sie können die Zeichnung sogar online durch eine Animation vor den Augen der Schüler entstehen lassen. Aber der Satz des Pythagoras bleibt der Satz des Pythagoras. Wenn wir also einen älteren Autor lesen, warum bewahren wir nicht auch die Sprache seiner Zeit — und setzen moderne Erklärungen in die Anmerkungen? Und noch eine letzte Frage an Humanitas und an die Literaturwissenschaftler an den Universitäten: Wenn die Schulkinder von heute euch in ein paar Jahrzehnten mit # und Emojis „aktualisieren“, wäre euch das recht? #Humanitas #ConstantinNoica #Noica #Sonntagsessays #Archimedes #Pythagoras #Hashtag #Emoji #MrStorywise #AktualisierteRechtschreibung #Sprachgeschichte #20260920_1926 #Deutsch #Literatur #Geschichte

Fast jede Kultur kennt modernisierte Ausgaben älterer Autoren und die damit verbundenen Debatten über Rechtschreibung, Wortschatz, editorische Anmerkungen oder die Anpassung an heutige Leser. Ein Antiquitätenhändler sagte mir einmal, dass „die Patina der Zeit Wert verleiht“ und den Unterschied zwischen einem Original und einer billigen Kopie ausmachen kann. Ich schlage Constantin Noicas „Sonntagsessays“ auf, lese das Vorwort des Verlags in der Humanitas-Ausgabe von 1992 und erfahre, dass „die Rechtschreibung aktualisiert wurde“. Noica zu lesen hätte ein Spaziergang durch die 1930er- und 1940er-Jahre sein können. Stattdessen machen wir diesen Spaziergang mit moderner Brille, bequem in einem Uber sitzend, ohne Angst, uns zu verirren — also ohne das Risiko, die Wörter jener Zeit nicht zu verstehen, die man einfach in Fußnoten hätte „übersetzen“ können. Was wäre, wenn wir auch die Zeitungen jener Epoche nehmen und sie „aktualisieren“ würden? Und warum nicht gleich auch die damalige Werbung einem Rebranding unterziehen, damit unsere Neuronen nicht zu sehr arbeiten müssen, als säßen wir in einem Escape Room? Warum dort aufhören? Wir könnten auch die Geschichtsbücher aktualisieren und schreiben, Archimedes von Syrakus sei von einem römischen Soldaten getötet worden, während er auf seinem Tablet Mathe machte. Die Grundidee bleibt doch dieselbe, oder? Nur die Epoche verschwindet. Und noch etwas: Warum „aktualisieren“ Mathematiker Pythagoras nicht? Sie können die Notation ändern. Sie können den Beweis anders erklären. Sie können die Zeichnung sogar online durch eine Animation vor den Augen der Schüler entstehen lassen. Aber der Satz des Pythagoras bleibt der Satz des Pythagoras. Wenn wir also einen älteren Autor lesen, warum bewahren wir nicht auch die Sprache seiner Zeit — und setzen moderne Erklärungen in die Anmerkungen? Und noch eine letzte Frage an Humanitas und an die Literaturwissenschaftler an den Universitäten: Wenn die Schulkinder von heute euch in ein paar Jahrzehnten mit # und Emojis „aktualisieren“, wäre euch das recht? #Humanitas #ConstantinNoica #Noica #Sonntagsessays #Archimedes #Pythagoras #Hashtag #Emoji #MrStorywise #AktualisierteRechtschreibung #Sprachgeschichte #20260920_1926 #Deutsch #Literatur #Geschichte