Manchmal entsteht Propaganda durch das Gesagte, manchmal durch das Weggelassene. Der Tagesschau gelang am 23. Mai das Kunststück, beide Formen der Propaganda zu erfüllen. In der Halbzeitsendung des DFB-Pokalfinals wurde das Publikum für blöd verkauft. [...] Das Grundgesetz ist durchzogen von derartigen Wackelpuddingbegriffen, von Einschränkungen, von Relativierungen. Eigentum, aber Verantwortung. Meinungsfreiheit, aber persönliche Ehre. Freie Entfaltung, aber das Sittengesetz. Gerade Wieselwort-Begriffe wie „Sitte“ und „Ehre“ ermöglichten die jahrzehntelange Verfolgung von Homosexuellen, inklusive Billigung des Bundesverfassungsgerichts, und die Diskriminierung von Frauen. In der Zeit der Corona-Maßnahmen zeigte sich erneut, dass Grundrechte zu leicht ausgehebelt werden können, weil in der Verfassung zu viele Einfallstore vorhanden sind. Wer über das Grundgesetz spricht, muss beides betonen: die zugrunde liegende Philosophie, also den Staat, nicht die Bürger einzuschränken, und die Probleme dieser nicht konsequent formulierten Verfassung. Tagesschau und Staatsoberhaupt haben die maximal reichweitenstarke Sendung während des Pokalfinales genutzt, um Letzteres zu verschweigen und Ersteres in das Gegenteil zu pervertieren. Ist man großzügig, könnte davon ausgegangen werden, dass sie den Geist der Verfassung stärken wollten. Sie haben das Gegenteil vollbracht. Der Staat und die staatsnahe Tagesschau instrumentalisieren das Grundgesetz für gesellschaftspädagogische Wohlfühlbotschaften, um zu verschleiern, dass es eigentlich ihren Machtmissbrauch verhindern soll. https://t.co/jrDgCSjZNH #Propaganda #Grundgesetz #Meinungsfreiheit







