Joseph Müller starb, weil er einen Witz erzählt hatte. Und der ging so: Ein sterbender Soldat will noch einmal sehen, für wen er gekämpft hat. Da stellt man links und rechts von seinem Bett Bilder von Hitler und Göring auf. Der Soldat sagt: „Ach, jetzt sterbe ich wie Christus.” Für diesen Witz - die Pointe also: Göring und Hitler als Mörder, die links und rechts von Jesus gekreuzigt werden - wurde der Priester Joseph Müller denunziert. Doch selbst die Gestapo ließ ihn wieder frei. In Groß Düngen (bei Hildesheim) gab es aber Menschen, denen der aufmüpfige und NS-kritische Pfarrer ein Dorn im Auge war. Hartnäckig verlangten sie die Verurteilung und wandten sich sogar mit einem Brief an den Volksgerichtshof - höchst ungewöhnlich. Im Mai 1944 wurde Müller verhaftet und wegen des Witzes zum Tode verurteilt. In der Begründung hieß es: „Ein solches Attentat auf unsere moralische Kraft kann nicht anders als mit dem Tode bestraft werden.“ Einer der Richter war Hans-Joachim Rehse. Obwohl er an 231 Todesurteilen des Volksgerichtshofs beteiligt war, wurde er nach ’45 wieder Richter. Er starb 1969. Joseph Müller, der in der kath. Kirche als Märtyrer verehrt wird, wurde am 11. September 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden mit dem Fallbeil hingerichtet. Er war 50 Jahre alt. R.I.P. #NieWiederKrieg #WirVergessenNicht #Märtyrer #NSZeit #Widerstand


