Noch ein paar Worte zum Merkel-Porträt: Das Interessanteste daran ist das dichotome Weltbild, das darin zum Ausdruck kommt - und das das Gemälde zu einem Propaganda-Bild macht, wenn auch auf subtile Weise. Links sehen wir die golden leuchtende Vergangenheit unter Merkel, symbolisiert durch ihren angedeuteten Schreibtisch voller Arbeitsutensilien. Doch der Hintergrund verdunkelt sich nach rechts hin: Dort wird eine düstere, gar braune Zukunft vorausgesagt, in der Merkel sich endgültig zur Ruhe setzt; auf jenen Sessel, auf dem jetzt noch ihre Finger ruhen. Sie selbst wird freilich keine Komplizin der braunen Zukunft werden, strahlt ihr Sessel doch in unschuldigem Weiß, und das so hell, dass nicht einmal ihr Körper einen Schatten auf das Möbelstück wirft. Jérémie Queyras hat also ein Porträt gemalt, das die Ex-Kanzlerin einerseits heroisiert, andererseits symbolisch aus der Verantwortung nimmt für all die Spätfolgen ihrer politischen Entscheidungen. Mit anderen Worten: Er hat Merkel abgebildet, wie sie selbst sich sehen will. #Merkel #Porträt #Politik







