Während uns Lawrow gestern schon mal in den „echten Krieg“ hineindefiniert hat, saßen in Kyjiw zwei andere Eierköppe und buchstabierten der Ukraine aus, wie Frieden geht. Steve Witkoff und Jared Kushner waren vorher in Moskau bei Putin. Der hatte ihnen dort noch einmal seine alten Forderungen vorgetragen: Russland werde seine Ziele erreichen, die „eigentlichen Ursachen“ müssten beseitigt werden. Moskau verlangt weiterhin die vollständige Abtretung der vier beanspruchten ukrainischen Gebiete und den Verzicht auf einen Nato-Beitritt. Dann fuhren die beiden nach Kyjiw. Und Witkoff erklärte dort: „Beide Parteien müssen Kompromisse eingehen.“ Beide. Der Angreifer und der Angegriffene. Welche Zugeständnisse Russland eigentlich machen soll, blieb wie immer erstaunlich nebulös. Von der Ukraine verlangen Witkoff, Kushner & Co. seit Langem ziemlich konkrete „Kompromisse“: Gebiete abgeben, Armee verkleinern, Nato-Beitritt abschreiben. Kushner redet derweil aber von „Win-win“, Frieden als positivem Geschäft und davon, auch Putins „aspirations“ mitzudenken, also seine Ziele. Man muss dieses Vokabular einmal langsam durch den Kopf laufen lassen. Putin darf „Aspirationen“ haben, weil er Putin ist. Die Ukraine darf aber nur „Kompromisse“ machen. Und Witkoff hatte nach den Gesprächen in Moskau ein „gutes Gefühl“. Ich würde sagen: Wenn der Aggressor seine Kriegsziele als legitime Verhandlungsmasse einbringen darf und das überfallene Land dafür Territorium, Sicherheit und Souveränität auf den Tisch legen soll, dann ist das ziemlich das Gegenteil von „Win-win“. Dann hat nur einer gewonnen. Egal, wie man es nennt. Aber was weiß ich schon. #Frieden #Ukraine #Russland




