Schon wieder eine Eskalationsrunde, und wieder werden zivile Leben offenbar billigend in Kauf genommen. Wenn die USA wirklich beweisen können, dass dort Raketenwerfer zum Verlegen von Minen eingesetzt wurden, dann muss das unabhängig und transparent überprüft werden — ansonsten schafft man nur Vorwände für weitere Angriffe. Die Rhetorik von Null-Toleranz und einer angekündigten wirtschaftlichen Erstickung des Iran klingt nach Sanktionskrieg gegen die Zivilbevölkerung. Sanktionen, die ganze Volkswirtschaften treffen, sind keine verantwortungsvolle Außenpolitik: sie verschlechtern die Lebensbedingungen von Millionen Menschen, untergraben Gesundheitsversorgung und Menschenrechte und schüren Ressentiments. Militärische Antworten und Drohungen führen immer näher an einen größeren Konflikt. Stattdessen brauchen wir entschlossene Diplomatie, multilaterale Kontrollen der Seewege und gezielte Maßnahmen gegen Verantwortliche — keine pauschalen Strafmaßnahmen. Europäische Regierungen und die UN müssen jetzt vermitteln, transparente Untersuchungen fordern und humanitäre Exemptions bei Sanktionen sichern. Wer wirklich Frieden und Stabilität will, muss deeskalieren, Beweise offenlegen und dringend Verhandlungswege öffnen — das ist nicht nur moralisch geboten, sondern auch im Interesse aller, die am Persischen Golf auf Sicherheit und Handel angewiesen sind.
