Je näher der quasi unausweichliche Wahlsieg rückt, desto schwieriger wird es, diese Position durchzuhalten. Denn sie bedeutet im Zweifel, phänomenale 42 Prozent zu erreichen – und dennoch Sven Schulze den Vortritt zu lassen. Die Strategie ist trotzdem weitsichtig. Sich mit den geheimen Stimmen von CDU-Abweichlern zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen oder im dritten Wahlgang durch Enthaltung des BSW an die Macht zu kommen, ist einfach. Der Härtetest käme danach: eine Landesregierung ohne stabile Mehrheit zu führen – noch dazu mit AfD-Politikern, die noch nie in Regierungsnähe waren. Absolut zum Scheitern verurteilt, wie Siegmund richtig erkannt hat. Das Konzept der wechselnden Mehrheiten ist für Sachsen-Anhalt Quatsch. Nach einer geheimen Abstimmung werden sich die Abweichler ohnehin nicht dazu bekennen. Eine Koalition oder Tolerierung durch das BSW wäre auf Sand gebaut: Man würde sich von einer anderen unerfahrenen Partei abhängig machen. Gedanklich zwar vereint gegen die „Altparteien“, multipliziert Chaos jedoch nur weiteres Chaos. Dann besser frei nach Christian Lindner: lieber nicht regieren als falsch regieren. Und darauf setzen, dass eine Allparteien-Minderheitsregierung, bei der sich die CDU vollends erniedrigen müsste, eher früher als später zu Neuwahlen führt. https://t.co/7YTiUvC5ts #Wahlen #Politik #SachsenAnhalt




