1960 griff der Spitzensteuersatz in Deutschland ab dem rund 18-fachen Durchschnittslohn. Wer den Spitzensteuersatz zahlte, gehörte damals tatsächlich zu den absoluten Spitzenverdienern. Heute sieht die Realität völlig anders aus. Bereits 2026 greift der Spitzensteuersatz ab dem 1,44-fachen Durchschnittslohn. Mit der neuen Steuerreform sinkt diese Schwelle 2027 sogar weiter auf das 1,42-fache. Die Reform wird als große Entlastung verkauft. Schaut man sich die Zahlen an, fällt diese aber kaum ins Gewicht. Sie verschlechtert die Situation eher weiter. Über Jahrzehnte hinweg sind immer mehr normale Arbeitnehmer durch die kalte Progression in immer höhere Steuerstufen gerutscht. Nicht, weil sie plötzlich reich geworden sind, sondern weil Löhne und Inflation gestiegen sind. Die Grafik macht deutlich, wie stark sich das verschoben hat. Aus einer Steuer für echte Spitzenverdiener ist längst eine Steuer geworden, die immer größere Teile der arbeitenden Bevölkerung trifft. Die aktuelle Reform wird daher künstlich schöngeredet. Während von Steuerentlastungen gesprochen wird, sinkt die Schwelle für den Spitzensteuersatz sogar noch weiter. Der Staat greift damit immer früher zu und verkauft diese Änderungen sogar noch als großen Erfolg. #Steuern #Progression #Arbeitnehmer





